Die dunkle Seite der Tron-transactionrakete

Die Anzahl der Tron-Transaktionen steigt und steigt,  die Anzahl liegt über dem High der Transaktionen von Ethereum.

Natürlich können wir uns über die scheinbare Adaption und Verbreitung freuen, und hoffen, dass sich dies bald auch im Kurs deutlich widerspiegelt.

Nichtsdestotrotz sollten wir tiefer in die Materie einsteigen, den Sachverhalt prüfen. Daher werden wir uns in diesem Artikel mit etwaigen Unschärfen der Aussage beschäftigen und aufzeigen, dass eine Steigerung der Transaktionen viele Gründe haben kann und die reine Anzahl von Transaktionen wenige Aussagekraft hat.

Dazu werden wir die Transaktionen von Tron und Ethereum vergleichen.

Ethereum-Transaktionen pro Tag (Stand:29.03.2019, Quelle:etherscan.io)
Tron-Transaktionen pro Tag (Stand:29.03.2019, Quelle:tronscan.org)

Weshalb es keinen Sinn macht nur die Anzahl der Transaktionen zu vergleichen.

Leider bietet uns Tron keine gute Möglichkeit um nachzuvollziehen, inwieweit sich die Transaktionen auf der Tron Blockchain aufteilen. Also inwieweit, wie viele Tron oder auch wie viele Token, in welchem Volumen bewegt werden. Dies wäre nötig um die Anzahl der Transaktionen in Relation setzen zu können. So bleibt der Chart nur eine steigende Zahl.

Wenn wir uns die nun Stichprobenartig die Transaktionen anschauen, können wir genauer sehen, was und wie viel versendet wird.
Während wir bei Ethereum recht einfach eine Übersicht bekommen, welche Token versendet wurden und welchen Wert die Transaktion hat, müssen wir bei Tron viel tiefer ins Detail gehen.

Bei Ethereum ist dies relativ einfach zu sehen, welcher Token aktiv ist, indem Token nach dem Volumen sortiert werden können. Zwar ist Volumen nicht gleichzusetzen mit Transaktionen, jedoch liefert auch dies schon ein Hinweis darauf, wer für Bewegung auf der Blockchain sorgt.

Ein Hinweis darauf, was genau auf der Tron-Blockchain passiert und wer für viele Transaktionen verantwortlich ist bietet uns die Rubrik „Contracts“. Hier ist zu sehen, welcher Contract, für wie viele Transaktionen verantwortlich ist. Wenn wir uns dies genauer anschauen fällt uns auf, viele Transaktionen wurden von eher unbekannten Contracts initiiert. Zu den Top Adressen, die Transaktionen erzeugen, gehören zudem auch Wettseiten, wie „TronBet“, „TronDice“ etc. inwieweit hier tatsächlich von Adaption geredet werden kann muss am Ende sich jeder selbst beantworten.

Tron-Transaktionen aus Contracts

Mögliche Schlussfolgerung

Da in die Kategorie getätigte Transaktionen, auch alle sinnlosen und unbedeutende Transaktionen fallen und mitgezählt werden, ist es ein leichtes mit Pseudotransakionen oder Transaktionen ohne Wert eine Steigerung der Anzahl getätigter Transaktionen zu erreichen.

Wir möchten hier keine Manipulation unterstellen.
Jedoch wäre es technisch sehr einfach umzusetzen, einen Bot dazu zu bringen neue Adressen zu generieren und wertlose Token von A nach B zu senden. Allerdings wäre dies sowohl auf ETH als auch auf Tron möglich, jedoch würde es ganz gut in die prinzipielle Vorgehensweise von Tron passen. Mit möglichst allen Mitteln dafür zu sorgen, dass die Plattform in den Schlagzeilen bleibt.

Daher sollten wir uns nicht von einzelnen Zahlen blenden lassen, wir sollten versuchen, die Zahlen, in Relation zu den sonstigen Gegebenheiten zu stellen.

Trotzdem kann eine solche Form des Marketings sinnvoll sein und unter Umständen dafür sorgen, dass Tron in Zukunft davon profitieren kann.

Der Erfolg eines Projektes ist von vielen Faktoren abhängig. Selbiges gilt auch um tatsächlich von einer steigenden Adaption reden zu können. Dazu gehört neben der reinen Anzahl der Transaktion auch die Anzahl der Anwendung auf der Blockchain, dazu gehören auch DAPP’s oder auch ICO’s, die ihren Token auf der entsprechenden Plattform launchen und um diesen Token auch ein funktionierendes Produkt aufbauen. Diesen Faktoren haben wir uns bereits in der Vergangenheit gewidmet.

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Titelbildquelle: Pixabay