Hat Bitcoin als digitales Gold versagt?

Hat Bitcoin als digitales Gold versagt?

Die letzen Wochen waren dramatisch sowohl für den klassischen Anlagemarkt, aber auch für den Kryptomarkt. Nun konnte sich der Bitcoin erstmals minimal von den Aktienindizes absetzen. Da stellt sich die Frage, hat der Bitcoin als digitales Gold versagt. Doch fangen wir vorne an.

Als der Bitcoin 2009 entwickelt wurde, sollte er eine Alternative zum klassischen Fiatgeld bieten. Dies wurde innerhalb von mehr als 10 Jahren nun auch erreicht. Das Thema Kryptowährungen ist zu einem ernsten Finanzthema mutiert.
Auf der einen Seite ist das eine positive Entwicklung, denn dies ist der klare Beweis einer existierenden Massenadaption. Auf der anderen Seite stellt es die noch neue Investitionsmöglichkeit, Kryptowährungen, vor die selben Herausforderungen wie klassische Anlagen.

Dies wurde besonders mit der Verbreitung des Virus (Covid-19) deutlich, als der weltweite Handel sich verlangsamte und Gewinnwarnungen ausgesprochen wurden und infolgedessen alle Aktienmärkte, mit der Angst vor einer neuen Krise, eingebrochen sind.
Diese Entwicklung machte vor Kryptowährungen keinen halt. Zeitgleich wurden alle möglichen Anlagen verkauft, um in Fiat zu flüchten. Denn in einer Krise ist noch immer Cash der „King“. Davon war auch Gold betroffen, dabei ist jedoch zu beachten, dass Gold zwar betroffen war, jedoch deutlich weniger dramatische Kursverluste verbuchen musste.

Kursverluste BTC, seit den großen Verlusten

Um den 6. März 2020 begann der große Abverkauf, seitdem verlor den BTC bis zu seinem Tiefpunkt am 13. März fast 55%.
Zum aktuellen Zeitpunkt liegt der Bitcoin noch 27% unter dem Preis von Anfang März.

Bitcoin korreliert mit den Indizes

Doch nun ist es interessant, wenn die Kryptowährung mit den Indizes verglichen wird. Dazu wird der Bitcoin beispielhaft mit dem DAX verglichen.

Kursentwicklung DAX vs BTC

Dem aufmerksamen Betrachter wird auffallen, extreme Bewegungen im Aktienmarkt sind auch im Kryptomarkt zu beobachten. Nur fallen diese dort auf Grund der höheren Volatilität noch extremer aus. So verlor auch der DAX seit Anfang März fast 20%. Zwischenzeitlich sogar bis zu 30%.

Ein starker Abverkauf am 12. März konnte sowohl im Aktienmarkt als auch im Kryptomarkt beobachtet werden. Dies zeigt, der Bitcoin ist tatsächlich in der Finanzwelt angekommen. Doch was ist mit dem Mythos „digitales Gold“?

Der Bitcoin ist kein digitales Gold

In den letzten Jahren wurde Bitcoin immer wieder als das digitale Gold betitelt. Es sollte in Krisen Wertstabilität bieten und sogar an Wert während einer Krise gewinne. Um dies Beurteilen zu können ist es wichtig den Kursverlauf, in der aktuellen Krise, von Bitcoin und Gold zu vergleichen.

Vergleich Bitcoin und Gold

Hier wird deutlich, auch Gold hat unter dem Beginn der Krise gelitten. Aktuell steht der Kurs 4% unter dem Vergleichskurs von Anfang März. Dies ist damit zu Begründen, dass nicht jeder Gold als langfristigen Wertspeicher hält und auch hier in Situationen, in welchen Geld benötigt wird, sein Gold verkauft. Dennoch wird schnell deutlich, Gold bleibt seinem Ruf treu. Das Investment in Gold bleibt, trotz gleichen Marktbewegungen, stabil und agiert deutlich weniger volatil.
Wer bisher auf das „digitale Gold“ gesetzt hat, musste deutliche Verluste in Kauf nehmen.

Das Fazit

Der Vergleich mit Gold macht deutlich, der Bitcoin ist aktuell noch nicht mit Gold als Wertspeicher vergleichbar. Dazu fehlt den Investoren noch das Vertrauen. Aktuell ist der Bitcoin als hochspekulatives Investment einzuordnen, welches als erstes wieder Verkauft wird, wenn Geld benötigt wird.

Wie Bitcoin performen wird, wenn es tatsächlich zu einer Hyperinflation kommen wird, kann aktuell nicht gesagt werden. Dabei handelt es sich jedoch um ein extremes Beispiel, auf welches kein rationaler Investor setzen würde.