Warum Pokern und Trading sehr nahe beieinander liegen?

Was hat die Technische Analyse (TA) denn bitteschön mit Poker zu tun? Bei dem einen werden Charts beobachtet und analysiert, bei dem anderem mit Karten gespielt!

Diese zwei doch sehr verschiedenen Tätigkeiten weisen sehr ähnliche parallelen auf, dies möchten wir in diesem Artikel genauer erläutern.

TA: Was ist das Ziel darin? Durch einzeichnen von Trendkanälen, lesen von Indikatoren, Formationen und Kerzen lässt sich sehr gut bestimmen, ob die Stimmung Bärisch oder Bullisch ist. Einen Chart zu lesen, ist also nichts anderes, wie die Emotionen vom Markt zu bestimmen.

Pokern: Die Spieler sitzen gemeinsam oder gegenüber an einem Tisch, Auge um Auge, mit ihren Karten in der Hand. Hier will jeder Spieler gewinnen. Selbst wenn die Karten nicht so gut sind, werden durch „Bluffen“ die Emotionen zurückgehalten, um zu gewinnen und den Gegner einzuschüchtern.

TA: Gewisse Formationen wie HS (head and shoulders) oder A&E (Adam und Eve Pattern) lassen so manche Wahrscheinlichkeiten erahnen. Genauso lässt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) berechnen anhand von Widerstandszonen und Unterstützungslinien.

Hier ein Beispiel im Bitcoin, das CRV beträgt 6,25, der Stop-loss ist bei 3714$, angestrebter Gewinnbereich 4402$ (CRV ausrechnen, Gewinn/Verlust: 15,57%/2,49%=6,25)

https://www.tradingview.com/x/rUKjqwu0/

Pokern: Ganz ähnlich wie beim Trading, vieles beruht auf Wahrscheinlichkeiten. Ein Blatt gibt eine gewisse Wertigkeit wieder. Anhand dessen lässt sich auch hier ein CRV berechnen. Auch hier erhöht sich die Gewinnchance durch eine Kombination aus bestimmten Karten. Höchste Wertigkeit der Royal Flash.

ALL IN? Ein Trader mit einem vernünftigen Gewinn-Verlust Management würde nie sein komplettes Kapital in einen Trade setzen. Selbiges beim Pokern, ein „all in“ wird gerne in Filmen gezeigt, ist in der Realität schon sehr die Ausnahme.

Kein Trader oder auch Pokerspieler wird immer gewinnen. Jeder kann mal eine Glückssträhne haben, aber am Ende des Tages können sich die meisten Trader schon sehr zufrieden geben, wenn 50% der Trades aufgehen. Und genau aus diesem Grund ist ein vernünftiges Risikomanagement essenziell. Denn somit ist der Trader gar nicht dazu verpflichtet alle seine Trades richtig zu setzten.

Ob Trading oder Pokern, Disziplin und durchdachte Strategien sind ein essentieller Bestandteil beider Berufungen. Nur wer sich konsequent daran hält, wird am Ende auch erfolgreich handeln.